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Rekordhohe Zahlen von Kriegsdienstverweigerern zeigen, wie groß die deutsche Aufrüstungskrise wirklich ist.
Diese Woche berichtete The Guardian über offizielle Zahlen aus Berlin: 5.862 junge Deutsche stellten in den ersten sechs Monaten des Jahres 2026 einen Antrag auf Anerkennung als Kriegsdienstverweigerer.
Das ist mehr als im gesamten vergangenen Jahr und etwa doppelt so viel wie die Gesamtzahl aus dem Jahr 2024.
Der Zeitpunkt hätte für Bundeskanzler Friedrich Merz kaum ungünstiger sein können. Er trat sein Amt mit dem Versprechen an, die Bundeswehr, die deutschen Streitkräfte, zur „stärksten konventionellen Armee Europas“ zu machen.
Tausende seiner jungen Landsleute antworten darauf mit Schriftstücken, die sagen: Ohne mich.
Ein Recht, das aus Deutschlands eigener Geschichte erwachsen ist
Die Kriegsdienstverweigerung ist in Deutschland kein juristischer Trick. Sie ist ein Verfassungsrecht, verankert in Artikel 4 des Grundgesetzes von 1949.
Der Text garantiert, dass niemand gegen sein Gewissen zum bewaffneten Militärdienst gezwungen werden kann.
Die Gründer des modernen Deutschland haben diesen Schutz bewusst festgeschrieben. Nach der nationalsozialistischen Katastrophe wollte die neue Republik eine dauerhafte Garantie dafür, dass der Staat seine Jugend nie wieder in einen Krieg treiben kann.
Hier liegt die historische Ironie. Der verfassungsrechtliche Schutzschild, der wegen des deutschen Militarismus geschaffen wurde, blockiert nun die deutsche Aufrüstung. Ein Antragsteller muss lediglich ein unterzeichnetes Schreiben und eine persönliche Erklärung mit der Darlegung seiner Gründe einreichen.
Die Zahlen hinter der Krise
Die Welle der Kriegsdienstverweigerer ist nur ein Symptom eines weit tieferen Problems.
Die Bundeswehr verfügt über rund 185.000 aktive Soldaten. Berlin strebt bis Mitte des nächsten Jahrzehnts 260.000 Soldaten sowie 200.000 Reservisten an.
Die Truppe wächst nicht schnell genug, und sie altert: Der durchschnittliche deutsche Zeitsoldat ist heute 34 Jahre alt. Zum Vergleich: Das Durchschnittsalter eines aktiven Mitglieds der US-Streitkräfte liegt unter 29 Jahren.
Das neue Dienstgesetz offenbart dieselbe Schwäche.
Seit Januar muss jeder 18-jährige deutsche Mann einen Fragebogen über seine Bereitschaft zum Dienst ausfüllen.
Laut Angaben der Nachrichtenagentur AFP füllten zwischen Januar und Mai rund 300.000 junge Männer die Formulare aus. Nur etwa 530 meldeten sich freiwillig, also etwa ein Freiwilliger auf je 600 Registrierte.
Sogar NATOs Grenzgebiet macht das Problem deutlich. Verteidigungsminister Boris Pistorius räumte diesen Monat ein, dass Deutschlands erste dauerhafte Auslandsbrigade, stationiert in Litauen, noch immer rund 1.000 Soldaten von der geplanten Stärke von 4.800 entfernt ist.
Die Reaktion aus Berlin?
Eine YouTube-Realityshow über das Leben in der Kaserne, im Streaming-Stil produziert, um junge Rekruten anzuwerben.
Wenn eine Armee Fernsehproduzenten braucht, um ihre Reihen zu füllen, liegt das Problem nicht im Marketing.
Die Rebellion der Jugend
Der Widerstand begann früh. Im Mai organisierten deutsche Schülerinnen und Schüler Streiks und Boykotte gegen die Aufrüstungspolitik selbst und protestierten, bevor sie überhaupt alt genug waren, um zu dienen.
Die Kluft zwischen den Generationen ist messbar.
Eine Forsa-Umfrage ergab, dass 54 Prozent der Deutschen die Wehrpflicht befürworten. Aber unter den 18- bis 29-Jährigen, also den Menschen, die tatsächlich die Uniform tragen würden, lehnen 63 Prozent sie ab.
Ältere Bürger befürworten Kriege, die die Jungen führen müssen.
Die sozialistische Opposition macht ihre Rolle offen deutlich. Jan van Aken, Ko-Vorsitzender der Partei Die Linke, riet jungen Männern öffentlich, vor der ärztlichen Untersuchung Marihuana zu rauchen, um für untauglich erklärt zu werden.
Seine Partei bereitet nun einen vollständigen Leitfaden vor, wie man den Militärdienst vermeiden kann.
Der Vollständigkeit halber sei eine kleine Gegenbewegung erwähnt. Deutschen Presseberichten zufolge haben 233 Deutsche im ersten Quartal 2026 ihren früheren Verweigererstatus rückgängig gemacht und sich erneut für den Dienst zur Verfügung gestellt.
Einige junge Deutsche sind bereit, ihrem Land zu dienen. Doch ihre Zahl bleibt zu gering.
Ein Warnsignal staatlicher Kontrolle
Ein Vorfall in diesem Jahr verdient eine gesonderte Warnung.
Das neue Dienstgesetz verpflichtete alle deutschen Männer zwischen 17 und 45 Jahren stillschweigend dazu, vor jedem Auslandsaufenthalt von mehr als drei Monaten eine Genehmigung der Bundeswehr einzuholen.
Man bedenke das. Ein freier Bürger einer Demokratie, der die Armee um Erlaubnis zum Reisen bittet. Das ist keine Verteidigungspolitik. Das ist ein Schritt in Richtung der Praktiken jener Polizeistaaten, die Deutschland vorgibt zu bekämpfen.
Zu Deutschlands Ehre sei gesagt, dass die Öffentlichkeit mit Empörung reagierte und das Verteidigungsministerium innerhalb weniger Tage eine allgemeine Ausnahmeregelung erließ.
Die Regelung gilt nun nur noch, wenn die Wehrpflicht offiziell wieder eingeführt wird. Freie Gesellschaften korrigieren sich selbst. Doch die Tatsache, dass die Regelung überhaupt niedergeschrieben wurde, sollte jeden Deutschen beunruhigen.
Die Länder, die Verteidigung ernst nehmen
Man vergleiche Deutschland nun mit seinen kleineren Nachbarn.
Polen wird 2026 4,8 Prozent seiner Wirtschaftsleistung für Verteidigung ausgeben, rund 55.000 Millionen Dollar, den höchsten Anteil in der gesamten NATO und weit über dem der Vereinigten Staaten mit 3,2 Prozent.
Litauen gibt 4 Prozent aus, Lettland 3,7 und Estland 3,4. Deutschland gibt etwa 2 Prozent aus.
Kroatien hat im März nach einer Pause von 17 Jahren den obligatorischen Militärdienst wieder eingeführt. Die Ergebnisse blamieren Berlin. Von den ersten 354 Wehrpflichtigen erklärten lediglich 10 die Kriegsdienstverweigerung, eine Quote von 3 Prozent. Die Nachfrage war so groß, dass der zweite Ausbildungsjahrgang erweitert wurde.
Das Muster ist unübersehbar.
Die kleinen Nationen, die Russland am nächsten liegen, handeln mit Ernst und Opferbereitschaft.
Unterdessen können die reichen westeuropäischen Länder, die den Vereinigten Staaten und der Welt ständig moralische Lektionen erteilen, ihre eigenen Söhne nicht dazu bewegen, sie zu verteidigen.
Die Wehrpflicht könnte 2027 zurückkehren
Der letzte Akt ist absehbar.
Der ranghohe Abgeordnete Thomas Rowekamp aus Merz‘ eigener Partei sagte der Nachrichtenagentur AFP, Deutschland könnte die allgemeine Wehrpflicht bereits 2027 wieder einführen, weil das Freiwilligensystem gescheitert sei.
Das neue Gesetz erlaubt dem Staat bereits, Rekruten per Losverfahren auszuwählen, wenn die Zahlen nicht ausreichen.
Der Kreis schließt sich. Eine Regierung, die ihre Jugend nicht überzeugen kann, wird sie schließlich zwingen.
Alles, was in diesem Artikel bisher berichtet wurde, beruht auf verifizierten Fakten und offiziellen Zahlen. Was folgt, ist anders: unsere Einschätzung dessen, was diese Krise tatsächlich bedeutet, für Deutschland, für die NATO und für die Vereinigten Staaten.
Unsere Einschätzung: eine moralische Krise vor einer militärischen
Wir bei Chomcho sind der Überzeugung, dass Deutschlands Problem nicht Geld, Ausrüstung oder Rekrutierungsvideos sind. Es ist das Fehlen moralischer Klarheit.
Zwei Generationen von Deutschen wurden dazu erzogen, sich für ihre eigene Nation zu schämen, und lernten, dass Patriotismus an sich gefährlich sei.
Ein junger Mann wird sein Leben nicht für ein Land riskieren, für das er darauf trainiert wurde, sich zu entschuldigen.
Deutschland handelt endlich, und das verdient Anerkennung.
Die Haltung hinter der Verweigerungswelle sieht jedoch weniger nach christlicher Überzeugung aus als nach bequemem antikriegerischem Liberalismus, der Art, die sozialistische Politiker fördern, wenn sie die Verteidigungspflicht als Witz über Marihuana behandeln.
Die konservative Heritage Foundation warnte in einem Bericht zur deutschen Sicherheitspolitik, dass Berlins Aufrüstung „schnell voranschreiten muss“, gerade weil die Vereinigten Staaten ihre Kräfte gegen die weitaus größere Bedrohung durch China konzentrieren müssen.
Jeder deutsche Soldat, der nicht existiert, ist eine Last, die früher oder später auf einen amerikanischen Soldaten und einen amerikanischen Steuerzahler fällt.
Präsident Trump verbrachte Jahre damit, zu fordern, dass Europa sein eigenes Gewicht trägt, und wurde dafür verspottet.
Die Verweigerungsstatistiken aus Berlin belegen seinen Standpunkt besser als jede Rede.
Deutschlands militärische Schwäche und sein wirtschaftlicher Niedergang, den wir in unserer Berichterstattung über die Krise der deutschen Automobilindustrie behandelt haben, sind Symptome derselben Krankheit: eine Gesellschaft, die das Vertrauen in sich selbst verloren hat.
Die Vereinigten Staaten sollten ihre Verbündeten ermutigen, aber niemals wieder für deren Verteidigung bezahlen.
Die nachahmenswerten Nationen sind Polen, die baltischen Staaten und Kroatien, kleine Länder mit klarem Blick.
Stärke, Glaube und Vaterlandsliebe siegen noch immer!



